R.I.P. TV-Links

Am 18. Oktober wurde der 26 Jahre alte ‘Sin’ in Cheltenham, England verhaftet. ‘Sin’, dessen echter Name nicht bekannt ist, war Webmaster von tv-links.co.uk, einer Seite, die, wie der Name schon andeutet, Links zu aktuellen TV-Serien wie 24, Lost, Prison Break, usw. anbietet. Die Betonung liegt hier bei auf “Links”, denn keine der Episoden wurde von tv-links selber gehostet, sondern von Youtube, Google Video, Stage6 & Co. Tv-links war also quasi nichts anderes als ein großes Linkverzeichnis.
Trotzdem sitzt ‘Sin’ seit Donnerstag hinter schwedischen Gardienen. Die Federation Against Copyright Theft (FACT) hat tv-links vom Netz genommen und ‘Sin’ sowie einige Moderatoren der Seite verhaften lassen. Unter den Festgenommenen befand sich auch ein irischer Senior Moderator, der sich mit folgender Nachricht zu Wort meldete:
Das Traurige an der Geschichte ist, dass man weiterhin gegen vergleichsweise kleine Seiten vorgeht, anstatt sich Google selber vorzuknöpfen, die den Content ja größtenteils hosten. Die scheinen FACT aber eine Nummer zu groß zu sein.

Bedenkenswert ist auch, dass man als Blogger/Journalist spätestens jetzt nicht mehr gefahrenlos auf Seiten oder Youtube-Videos hinweisen darf. Natürlich besteht ein Unterschied zwischen dem Newsartikel einer Zeitung mit eingebundenem Video und einer Seite, dessen Content ausschließlich aus urheberrechtlich geschütztem Material besteht, trotzdem muss man sich fragen, wo die Film- bzw. Musikindustrie die Grenze ziehen wird! Denn wenn wir nicht mehr auf Google (!) linken dürfen ohne damit rechnen zu müssen, deswegen angezeigt zu werden, dann hat Jack Schofield vom Guardian völlig recht wenn er sagt:
Linking is not a crime!
Dieser Beitrag wurde am 23.10.2007 um 13:59 Uhr von Heinz Rookwood veröffentlicht und unter Netzkultur, Television abgelegt.
 

Tags: FACT, Google, Piraterie, TV-Links, Youtube
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